Schlagwort: Nur für Heute

  • How-To…? Basis-Texte und Werkzeuge, besonders für Neue (7): Text „Nur für heute“

    Den Text

    Just for Today/ Nur für heute

    habe ich in der verlinkten englischen Version über Jahre täglich gelesen. Es gibt verschiedene Übersetzungen ins Deutsche. Mit einem Klick auf den zweiten Link öffnet sich eine deutsche Übersetzung im PDF-Format.

    (Beitrag aktualisiert am 3. Juli 2021: Übersetzung als PDF-Dokument eingefügt.)

  • Bedrückt

    Zur Zeit bin ich abends nach der Arbeit oft bedrückt. Ich merke es auch daran, dass sich dann meine Suchtmittel Lüsternheit und Essen „melden“.

    Das Thema „Arbeit“ beschäftigt mich schon lange. Ich kann einerseits sehr schnell und gut arbeiten. Andererseits schiebe ich Arbeit aber auch oft viel zu lange auf. Dazu tragen mein Perfektionismus und mein Schwarz-Weiß-Denken bei. Meine Angst sagt mir: „Wenn du nichts tust, kannst du auch nichts falsch machen.“ Ich lasse die Arbeit erst einmal liegen, solange es irgend geht. Manchmal auch länger.

    In solchen schwierigen Phasen hilft mir eine Textstelle aus dem Buch „Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen“:

    Schauen wir noch einmal auf die Fehler, die wir aufzugeben noch nicht bereit sind. In diesen Bereichen müssen wir vielleicht unseren Anspruch an uns selbst senken und uns sagen: „Dies kann ich noch nicht aufgeben – im Moment.“ Doch sollten wir niemals sagen: „Dies werde ich niemals aufgeben.“

    – frei übersetzt. Im Original heißt es:

    Looking again at those defects we are still unwilling to give up, we ought to erase the hard-and-fast lines that we have drawn. Perhaps we shall be obliged in some cases still to say, “This I cannot give up yet…,” but we should not say to ourselves, “This I will never give up.“ (p. 68 f.)

    Ja, manchmal kann ich einen Fehler nicht aufgeben – noch nicht. Dann geht es einfach nicht besser. Ich bin dann gnädig mit mir. Ich mache mir Mut. Ich achte aber darauf, nicht in eine „Es hat ja sowieso alles keinen Sinn“ – Stimmung zu verfallen. Statt dessen sage ich mir: „Heute hat es nicht gut geklappt. Das ist nicht mehr zu ändern. Morgen ist ein neuer Tag. Morgen kannst du es neu versuchen.“

    Diese Mischung aus Loslassen, vertrauensvollem Blick in die Zukunft und einem freundlichen Umgang mit mir selbst hilft mir. Selbstverurteilung und Druck würden nur die Ausweichverhalten „Lüsternheit“ und „Essen“ hervorrufen. Nein, es ist alles gut. Ich bin trocken. Ich telefoniere gleich mit einem Sponsee. Und morgen ist ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten.

  • Nicht im „Ich darf nicht“, sondern im „Ich kann jetzt“ leben

    Nicht im „Ich darf nicht“ leben, sondern das „Ich kann jetzt“ genießen und ausprobieren. Wachstumsschmerzen sind dabei normal. Ich habe sie oft.

    Dass ich nicht „kontrolliert“ lüstern sein kann, hat zur Folge, dass ich Lüsternheit meiden und aufkommende Lüsternheit „loslassen“ muss. Wenn ich meinen inneren Frieden und vor allem auch meine Trockenheit behalten möchte. Das ist kein „Ich darf nicht“. Ich „dürfte“ ja, z.B. nächte- und tagelang Pornografie gucken. Aber ich kann es nicht mehr. Es würde mich töten. Weil ich es nicht mehr vertrage und nicht mehr aufhören könnte.

    Ich „kann jetzt“: Das fängt mit dem viel klarer Denken können an. Ich kann nach so vielen Jahren in der Verleugnung jetzt mir selbst gegenüber ehrlich sein. Mir nichts mehr vormachen (jedenfalls nicht mehr so lange.) Ich kann meine Frau lieben, immer nur für heute (ich tue alles nur für heute. Immer einen Tag nach dem anderen.) Ich kann neue Wege ausprobieren. Ich kann bewusst aus innerer Enge und Angst heraustreten und über mich sprechen. Ich kann um Hilfe bitten. Ich kann Freundschaften haben (und hoffentlich auch halten).

    Ich möchte mich noch viel öfter fragen: Was wünsche ich mir heute? Was kann, was möchte, was sollte ich in dieser neuen Freiheit jetzt wagen? Was kann ich tun, um ich selbst zu werden? Damit ich am Ende ein tiefes Ja zu meinem Leben sagen kann. Und heute Nacht, bevor ich einschlafe, sage ich dieses Ja. Und ich sage: Danke.

  • Nur für Heute

    Es gibt schwierige Tage. Tage, an denen ich mich überfordert fühle und mir alles schwer und bedrückend erscheint. Zu Beginn der Trockenheit war dies häufiger so. Damals half mir ein Satz meines Sponsors:

    An manchen Tagen ist es deine einzige Aufgabe, abends trocken ins Bett zu kommen.

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