Kategorie: How-to …? – Anleitungen, Checklisten und Notizen zur Schrittearbeit

  • How-To…? Basis-Texte und Werkzeuge, besonders für Neue (7): Text „Nur für heute“

    Den Text

    Just for Today/ Nur für heute

    habe ich in der verlinkten englischen Version über Jahre täglich gelesen. Es gibt verschiedene Übersetzungen ins Deutsche. Mit einem Klick auf den zweiten Link öffnet sich eine deutsche Übersetzung im PDF-Format.

    (Beitrag aktualisiert am 3. Juli 2021: Übersetzung als PDF-Dokument eingefügt.)

  • Der Kern des AS-Programms

    Was ist denn der Kern des AS-Programms?

    Der Kern des AS-Programms ist die Erfahrung, dass es eine Wahl gibt, eine „dritte Option“: Früher hatte ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder habe ich ausagiert oder ich habe den inneren Sog zum Ausagieren mit Kraft unterdrückt. Das ging aber nicht lange gut und dann musste ich wieder ausagieren. So lief es immer und immer wieder.

    Heute habe ich eine dritte Handlungsmöglichkeit: das Loslassen, das Kapitulieren. Wenn die Lüsternheit kommt, wenn ich getriggert werde, kann ich loslassen.

    Und das gilt nicht nur für Lüsternheit. Früher hatte ich auch sonst oft keine Wahl: Gab es einen „Reiz“ (z.B. es geschah auf der Arbeit etwas Unangenehmes), „musste“ ich reagieren: Sei es mit Groll oder Angst, sei es mit Flucht, Angriff oder Lähmung. Ich konnte gar nicht anders. Ich war hin- und hergerissen von Emotionen und hatte nur wenige Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Heute habe ich eine Wahl. Zum Beispiel auch die Möglichkeit, mir Hilfe zu holen.

    Und wie schaffe ich das: Loszulassen? Ich kriege es nicht hin.

    Alleine schaffe ich es auch nicht. Aber mit Hilfe der Höheren Macht gelingt es.

    Was ist denn diese Höhere Macht?

    Die Höhere Macht oder Kraft ist die Kraft, aus der ich trocken leben kann. Obwohl ich der Lüsternheit gegenüber machtlos bin, bin ich trotzdem trocken. Um das zu erreichen, brauchte ich eine Kraft, größer als ich selbst.

    Und wie soll ich mir diese Höhere Kraft vorstellen?

    Mache Dir Dein eigenes Bild von ihr! Sie kann alles sein, was für Dich Sinn ergibt und Dir die notwendige Kraft vermittelt. Für viele von uns ist es (ein) Gott.

    Ich habe nichts am Hut mit Gott.

    Anfangs hatte ich auch große Schwierigkeiten damit, dass das Wort „Gott“ im Programm vorkommt. Dann habe ich den Hinweis bekommen, dass ich hier nichts glauben oder von anderen übernehmen muss. Wenn von Gott die Rede ist, dann geht es um Gott, wie Du Ihn verstehst.

    Und wie hast Du Deine Höhere Macht gefunden?

    Um Gott oder die Höhere Kraft zu finden, dafür gibt es die zwölf Schritte. Durch sie bin ich aus der Abtrennung herausgekommen. Ich war abgetrennt von den Anderen, von Gott und von mir. Durch die Schritte bin ich aus dieser fürchterlichen Isolation herausgekommen.

    Und wie mache ich das mit den Schritten? Wie fange ich an?

    Bei mir ist es so: Ich gehe mehrmals die Woche ins Meeting. Gerade am Anfang sprach die Höhere Kraft vor allem durch andere Menschen zu mir, die auf dem Genesungsweg schon weiter sind. Heute spüre ich sie oft auch schon in mir selbst.

    Dann habe ich einen Sponsor. Er hilft mir bei der Schrittearbeit und vor allem tut er eines: Er sagt mir, was er bei mir sieht. So werde ich auf meine Fehler aufmerksam, für die ich noch – oder wieder – blind bin. Er gibt mir einfach von dem ab, was er selbst auf dem Weg der Genesung gefunden hat.

    Das Dritte ist der regelmäßige Kontakt zu Programm-Freunden.

    Das Vierte, das mir hilft ist Dienst: Auch ich gebe das, was ich entdeckt habe und was bei mir funktioniert, an andere weiter.

    Und das Fünfte ist unsere Literatur. Mir hilft es sehr, in der Literatur zu lesen. Vor allem in den drei Grundtexten.

    Insgesamt gilt: Das AS-Programm ist ein Tu-Programm! Die Kraft kommt zur Tat!

    Und was soll ich jetzt tun?

    Willst Du es mit AS versuchen? Dann nimm‘ Kontakt mit einer Gruppe auf. Und lasse all‘ Deine Sorgen und Dein Kopfkino los. Es gibt einen schönen Slogan dazu: Geh‘ mit den Füßen ins Meeting, der Kopf kommt nach.

    Ich kann nur jedem Mut machen, in die Meetings zu gehen und mit einem Sponsor die zwölf Schritte zu arbeiten. Es lohnt sich so sehr!

  • Rückfallprophylaxe (II): Was ist das „erste Glas“ des Sexsüchtigen und wie „lässt man es stehen“?

    Dieser Blogbeitrag baut auf dem vorherigen Beitrag auf, in dem das „süchtige Verlangen“ und der „Suchtkreislauf“ beschrieben werden.

    (Ein erster Beitrag über Rückfallprophylaxe/ Rückfallvorbeugung ist hier zu finden.)

    Die Grundlage der Anonymen Sexaholiker war die Entdeckung, dass das Genesungsprogramm der Anonymen Alkoholiker auch bei Sexsucht wirkt. Ersetzt man im Buch „Anonyme Alkoholiker“ das Wort Alkohol durch Lüsternheit (oder in manchen Fälle durch Sexualität oder sexuelles Ausagieren) dann kann sich der Sexaholiker mit den dort geschilderten Erfahrungen der Alkoholiker identifizieren. Und so, wie die Suchterfahrung die gleiche ist, ist auch der gleiche Genesungsweg möglich!

    Da die Texte der Anonymen Alkoholiker auch die Grundtexte von AS sind, stammen auch viele bei AS gebräuchliche Formulierungen aus dem Bereich des Alkoholismus; so auch das Schlagwort vom „ersten Glas“.

    Das erste Glas stehenzulassen, ist unerlässlich dafür, nüchtern zu bleiben. Denn der Konsum des ersten Glases Alkohol löst den körperlichen Zwang aus, weiterzutrinken. Die Anonymen Alkoholiker bezeichnen dieses Zwang als süchtiges Verlangen (craving), und dieses süchtige Verlangen führt wegen des vom Alkoholiker erlittenen Kontrollverlustes vom „ersten Glas“ zwangsläufig zur Sauftour.

    Deshalb muss ich, um nicht wieder trinken zu müssen, dieses erste Glas stehen lassen. Und um das erste Glas stehen lassen zu können, muss ich das verdrehte Denken loswerden, das mich immer wieder dazu bringt, das erste Glas zu trinken, obwohl ich schon tausendmal die Erfahrung gemacht habe, dass ich nach dem ersten Glas nicht mehr kontrolliert trinken kann, sondern „saufen“ muss.

    Denn das ist der Suchtkreislauf, der auf Dauer nur durch eine grundlegende Veränderung der eigenen Persönlichkeit zum Stillstand gebracht werden kann:

    Verdrehtes Denken – erstes Glas – süchtiges Verlangen – Sauftour – Reue, Verzweiflung, Schwur: „Nie wieder“ – verdrehtes Denken – erstes Glas …

    Was ist denn das „erste Glas“ des Sexsüchtigen? Und wie kann er es stehenlassen?

    Beim Alkohol ist einfach: Das erste Glas zu trinken bedeutet, eine Flüssigkeit zu sich zu nehmen, die Alkohol enthält.

    Und was ist es beim Sexaholiker, das dieser zu sich nimmt, das das verheerende süchtige Verlangen auslöst?

    • Der Stoff heißt Lüsternheit. Der Süchtige produziert ihn selbst, innerlich.
    • Lüsternheit kann einen körperlichen Auslöser oder Anknüpfungspunkt (den Anblick einer Person, eines Objektes, Parfümgeruch etc.) haben. Letztlich ist Lüsternheit aber nicht an einen „Stoff“ (Körper) gebunden. Sie ist eine „Kopfsache“.
    • Deshalb kann ich als Sexaholiker trinken, ohne dass irgendetwas Äußerliches passiert. Das Trinken des ersten Glases findet in mir statt, in meiner Seele: insbesondere als Phantasie, als innerer Film im Kopfkino.

    Ein Beispiel:

    Ich bin besonders in Gefahr, innere Bilder zu „trinken“ in der Zeit vor dem Einschlafen und nach dem Erwachen. In diesen Zeiten kann Folgendes geschehen: Ich denke zum Beispiel an eine Frau. Wie sie aussieht. Eigentlich sieht sie ja nett aus. Und sie zieht sich auch gut an. Schon läuft der Film. Und er kann eine Sequenz später eine Sexszene oder eine Eheschließung beinhalten, eine romantische Verwicklung oder schlicht pornographische Bilder.

    Deshalb ist einer der ersten und wichtigsten Grundsätze der Genesung von der Sexsucht:

    Wenn ein Bild in Dir aufsteigt, mache aus ihm keinen Film!

    Denn: Wer sich als Sexaholiker ein „inneres Kino“ als „Entspannungsmittel“ etc. leistet, ist auf dem Weg in den Rückfall ! Bei solchen Phantasien handelt es sich um einen klassischen Versuch, kontrolliert zu trinken.

    Aber als Sexaholiker habe ich gerade diese Fähigkeit, kontrolliert lüstern zu sein, verloren (siehe den vorangegangenen Blogbeitrag). Natürlich können z.B. während des Einschlafens ungewollt Bilder auftreten. Mir hilft in solchen Situationen ein Gebet, das sie überlagert und verdrängt, und dazu führt, dass ich nicht in sie „einsteigen“ muss. Sollten sie belastend in Erinnerung bleiben, teile ich sie explizit mit einem Programm-Freund (was das bedeutet, siehe unten).

    Weiter in der Aufzählung, was beim Sexaholiker „erste Gläser“ sein können:

    • Ich kann mir auch äußere Objekte durch einen Blick heranholen („lüstern trinken“), um in mir den Kick auszulösen, der der Wirkung des ersten Glases beim Alkohol entspricht! Für einen solchen Blick, z.B. auf eine Frau, genügt die Zeitspanne eines Wimpernschlages!

      In der AS-Literatur wird dieser Blick mit einer Spinne verglichen, die aus ihrer Lauerposition hervorschnellen kann, um sich ihre Beute zu sichern. Der Sexaholiker lässt seinen süchtigen Blick hervorschnellen und holt sich das lüsterne Beutebild in sein Inneres.

      Es ist in vielen Fälle eine Lüge, wenn ich als Sexsüchtiger sage, ich habe „versehentlich“ etwas gesehen. Das Sehen ist eine Aktion, eine Handlung. Versehentlich aufgenommene Bilder sind kein Problem, wenn sie nicht festgehalten werden.

    Ein Beispiel:

    Ich sehe aus dem Augenwinkel eine Frau im Bus an mir vorbeigehen, die ein Kleid trägt, das einen Brustausschnitt haben könnte. Es reicht ein einziger Beute-Blick auf diesen Ausschnitt, um mir ein Bild für mein inneres, lüsternes Fotoalbum zu verschaffen. Meine innere Kellerbar. Ich erlebe es sogar, dass ich erst dem Blick widerstehe, aber dann in die sich öffnende Bustür schaue, in deren Glas sich die Vorderseite der Person spiegelt. So tückisch und gierig ist die Sucht.

    Deshalb sind weitere, zentrale Elemente der Genesung:

    • Höre auf, lüstern zu blicken!
    • Wenn Du versehentlich ein Bild aufnimmst, lasse es sofort wieder los.
    • Wenn Du es nicht sofort loslassen kannst (z.B. weil Du es nicht versehentlich, sondern willentlich aufgenommen hast), teile das Bild explizit mit Freunden im Programm.

    Zu den Punkten 2 und 3:

    • Wenn Du versehentlich ein Bild aufnimmst, lasse es sofort wieder los.

    Manchmal blicke ich beim Autofahren auf eine Radfahrerin, wenn ich einen Schulterblick mache. Oder kreuzende Fußgängerinnen sind leicht bekleidet. Ganz überwiegend kann ich diese Bilder sofort loslassen (kapitulieren). Ich sage leise:

    Gott, was immer ich [spezifische Bezeichnung des Gesehenen, z.B. „an dem Po dieser Radfahrerin“] suche, bitte lass‘ es mich in Dir jetzt finden.

    Denn was könnte mir ein Festhalten dieses Bildes geben? Aufregung, Betäubung, einen Kick? Zu welchem Preis? Das, was ich in meinem Leben wirklich suche: Geborgenheit, Sicherheit, Angenommen-Sein – das kann mir dieses Bild nicht geben. Ich lasse es los! Ich wende mich der Kraftquelle zu, die mich emotional-geistig mit dem versorgen kann, was ich wirklich suche.

    • Wenn Du es nicht sofort loslassen kannst (z.B. weil Du es nicht versehentlich, sondern willentlich aufgenommen hast), teile das Bild explizit mit Freunden im Programm.

    Bilder, die ich mir wie eine Spinne ihre Beute eingefangen habe, kann ich anschließend in der Regel nicht einfach loslassen. Diese Bilder sind wie eine kleine Menge Alkohol in meinem Organismus, die, wenn ich nichts unternehme, bereits nach „mehr“ ruft. Ohne eine Handlung der Genesung werde ich irgendwann das nächste Bild hinzufügen. Und das nächste. Und dann folgt irgendwann zwangsläufig die Sauftour. Ich habe keine Möglichkeit, diesen Punkt vorher sicher zu erkennen und zu vermeiden. (Könnte ich dies, hätte ich ja doch die Kontrolle. Ich wäre kein Sexaholiker.)

    Um solche Bilder loslassen zu können, muss ich sie ans Licht bringen. Dies geschieht, indem ich das Bild explizit mit einem Programmfreund teile. Dazu genügen (bei mir) wenige Sätze, z.B.:

    Ich möchte gerne etwas explizit teilen. [„Gerne“, sagt der Freund.] Ich habe heute einer Radfahrerin, die einen Rock trug, auf den Po geschaut und ihre braunen Beine gesehen. Ich lasse das jetzt los. Danke, dass ich das Bild teilen durfte. [Freund: „Danke für dein Teilen.“]

    Dieses spezifische oder explizite Teilen (siehe dazu hier und hier) ist für mich a) unerlässlich und b) bewirkt zuverlässig das Wunder, loslassen zu können.

    Ein Schlüsselerlebnis war für mich der Besuch einer Aufführung, bei der ich vorher nicht an die Möglichkeit gedacht hatte, dass die Darstellerinnen extrem triggernd für mich angezogen sein könnten. Zum Glück fand ich die Kraft, die Vorstellung sofort zu verlassen (das AS-Programm wirkte also zum Glück schon). Der Eindruck war aber so stark, dass ich das Gesehene nicht loslassen konnte. Ich griff zum Mobiltelefon und sprach dem ersten Freund das Erlebte auf den AB. – Ich konnte es nicht loslassen. Ich sprach dem nächsten Freund auf den AB – und konnte es immer noch nicht loslassen. Den dritten Freund erreichte ich persönlich. Als ich ihm alles schilderte, fiel die Last von mir ab. Wieder frei geworden. Wieder ein Genesungsgeschenk.

    Wichtig: Ich brauche für meine Genesung von der Sexsucht Meetings der Anonymen Sexaholiker, einen Sponsor und das Zwölf-Schritte-Programm. In diesem Rahmen wirkt das oben Geschilderte. Meine vorangegangenen Versuche, nur auf der Grundlage meiner eigenen Kraft das erste Glas stehen zu lassen, waren immer gescheitert.

    Meine Überempfindlichkeit erlebe ich heute nicht mehr nur als anstrengend, sondern auch als großes Geschenk: Das Geschenk der Bewusstheit und des Wachseins. Das Ende des Selbstbetruges und der Unehrlichkeit. Mein Leben lang habe ich danach gesucht. Die Sucht, Ausdruck größter Unfreiheit, wird so zum Anstoß und zum Ermöglicher der Freiheit!

  • How-To…? Basis-Texte und Werkzeuge, besonders für Neue (12): Temporäre Sponsorschaft – wie es losgehen kann (Teil 2)

    Wenn also der Neue nach dem ersten Meeting die angebotene, temporäre Sponsorschaft in Anspruch nimmt, wie kann es dann weitergehen? (Erster Teil dieses Beitrags hier)

    Manchmal vergesse ich in diesem Moment, dass für den Neuen all das wirklich neu ist, was mir jetzt schon seit Jahren vertraut ist. Er muss es erst einmal kennenlernen und prüfen können, ob es etwas für ihn ist.

    Meistens gebe ich dem Neuen zuerst einige Basis-Texte: Dem Text über die „Zwei Hunde“ und vor allem den Text „Ich muss das nicht wissen“. Dann biete ich dem Newcomer an, ins Gespräch zu kommen. Er kann, wenn er möchte, von mir alles wissen über meine Sucht-Geschichte und meinen Genesungsweg. Er kann von sich erzählen. Er kann Fragen zu den Meetings, zum Programm, zu AS oder der AS-Literatur stellen.

    Die wichtigste Empfehlung am Anfang ist, regelmäßig in die Meetings zu gehen. Die Meetings sind ein besonderer Ort. Das lässt sich in einem Text nur schwer beschreiben. Manchmal gehe ich belastet und mit einem Gefühl von Isoliert-Sein ins Meeting. Und nach einiger Zeit, wenn andere offen über sich und ihre Situation gesprochen habe, fühle ich Identifikation mit dem Gehörten und Verbindung. Ich bin nicht länger allein! Die Welt erscheint mir nicht mehr so feindlich, ich kann meine Schilde senken und anwesend und verbunden sein. Das gibt es in der Form nur im Meeting für mich. Die Begegnung in der Sponsorschaft hat auch etwas von diesem Glanze, sie wirkt auch klärend und belebend. Aber die Meetings sind die Grundlage und der Ort der Erneuerung, den ich brauche, um nüchtern leben zu können.

    Deshalb die wichtigste Empfehlung: regelmäßig in die Meetings zu gehen. Es gibt auch Telefonmeetings, die eine Ergänzung zu den „realen“ Meetings sein können. Aber nichts „toppt“ die realen Meetings.

    Die zweite Empfehlung ist ein regelmäßiger Kontakt zwischen Sponsor und Sponsee. Wie häufig solche Kontakte sind und wie lange sie dauern, hängt von den Möglichkeiten und Wünschen der Beteiligten ab.

    Die Sponsorschaft dient vor allem der Schrittearbeit. Ich mache es in der Regel so, dass ich dem Neuen erst einmal Zeit lasse, sich zu orientieren und ich warte ab, bis er möglichst einen Monat trocken ist. Dann ist ja in der Regel auch der erste Zeitraum der temporären Sponsorschaft zu Ende. Wenn der Neue in dieser Zeit das Gefühl bekommen hat, dass AS etwas für ihn ist, arbeite ich mit ihm den ersten Schritt (zu Schritt 1 siehe hier, hier und hier – siehe zu weiteren Werkzeugen und Empfehlungen auch die weiteren How-to-Beiträge.)

    Dann kann die Abenteuerreise in ein nüchternes Leben so richtig losgehen…

  • How-To…? Basis-Texte und Werkzeuge, besonders für Neue (11): Temporäre Sponsorschaft – wie es losgehen kann (Teil 1)

    Als ich 2012 zu den Anonymen Sexaholikern (AS)  kam, war ich bereits vorher bei den Anonymen Alkoholikern (AA) vom Alkohol trocken geworden. Ich kannte also diese Art von Gruppe schon und auch das Zwölf-Schritte-Programm. Und ich kannte sogar schon einige Gruppenmitglieder, so dass der Einstieg für mich sehr einfach war. Ich war einfach voller Hoffnung, dass mir AS bei meiner Sexsucht genauso gut helfen würde, wie vorher die Anonymen Alkoholiker beim Alkohol. (mehr …)

  • Wo stehe ich in Bezug auf die Überwindung der Lüsternheit? – Die 18 Punkte als Prüfsteine (Punkte 1 und 2)

    Mein Sponsor sagte mir, dass Neue das Weiße Buch nicht von vorne lesen sollten, sondern dass sie mit dem Abschnitt „Überwindung von Lüsternheit und Versuchung“ (S. 181 ff.) beginnen sollen. In diesem Abschnitt stehen 18 Punkte zu dem Thema „Wie ich meine lüsterne Besessenheit überwand“. (mehr …)

  • Sichere Landung!

    Ich bin auf einem AS-Treffen und es ist wunderbar! Interessante Meetings, wir lachen zusammen, essen zusammen, gehen spazieren, ich habe echte Begegnungen. Auch der Bunte Abend ist großartig. Dann ist Abschied, ich fahre zum Bahnhof. Ich spüre eine Bedrückung, Anspannung, Traurigkeit… Da stehen ein paar junge Frauen auf dem Bahnsteig, leicht bekleidet… STOPP! (mehr …)

  • How-To…? Schrittearbeit: Schritt 2

    In der How-to-Beitragsreihe veröffentliche ich Anleitungen, Checklisten und Notizen zu meiner Arbeit im Zwölf-Schritte-Programm (zu dieser Reihe siehe die Einführung). Es sind oft nur Skizzen und es ist keine offizielle AS-Literatur.

    (Hier klicken für einen wichtigen Hinweis für Leser, die an AS interessiert sind, aber noch in keinem Meeting waren oder keinen Sponsor haben: Ein Hinweis an Neue)

    Skizzen und Notizen zu Schritt 2

    In Schritt 1 hatte ich gesehen, dass ich in Bezug auf meine Sucht keine Wahl mehr hatte. Das war niederschmetternd. Ich geriet immer und immer wieder in den Suchtkreislauf hinein. Wenn das das letzte Wort gewesen wäre, ich weiß nicht, wie es hätte weitergehen können.

    Aber es war nicht das letzte Wort. Ich sah es bei anderen, dass sie wieder eine Wahl bekommen hatten. Nicht die Wahl, die Lüsternheit oder das sexuelle Ausagieren wieder kontrollieren zu können. Sondern die Wahlmöglichkeit, die Lüsternheit loslassen zu können.

    Schritt 2 lautet:

    Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wieder geben kann.

    Etwas anders übersetzt: Wir bekamen einen Funken Hoffnung, dass es eine Kraft geben könnte, an die wir uns anschließen können, und die uns davor bewahren kann, wieder in den Wahnsinn der Sucht zurück zu müssen.

    Ich musst nicht wieder süchtig sexuell ausagieren. Das ist die Hoffnung im zweiten Schritt. Später wird auch die Erfahrung dazukommen, dass die Höheren Kräfte mir nicht nur in Bezug auf Lüsternheit, sondern auch in allen anderen Situationen helfen, in denen mein Kopf „verrückt spielt“.

    Damit Sponsees in den zweiten Schritt hineinkommen, bitte ich sie, folgende Texte zu lesen:

     

    • Das Kapitel „Wir Agnostiker“ im Buch „Anonyme Alkoholiker“ (Blaues Buch)
    • Die Kapitel zum zweiten Schritt in „Anonyme Sexaholiker“ und in „Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen“
    • Die Versprechen (im Blauen Buch im neunten Schritt auf Seite 96: „Wenn wir in diesem Abschnitt unserer Entwicklung sehr gewissenhaft sind, …“)

     

    Dann bitte ich sie, das Folgende zu tun/ folgende Fragen zu beantworten:

    • Liste sorgfältig und genau auf, wie du werden (dich verändern) möchtest. Praktiziere in der kommenden Woche auch im Alltag durchgehend Selbstliebe.
    • Liste auf, welche Verrücktheiten du aus deinem Leben heraushaben möchtest und welche Formen geistiger Gesundheit du hineinbekommen möchtest (jeweils 10 Gesichtspunkte)
    • Liste die Besessenheiten auf, die du heute hast (soweit nicht schon im Schritt 1 erfolgt)
    • Kannst du dich an eine Zeit oder Situation erinnern, in der eine Kraft oder Macht, größer als du selbst, etwas für dich getan hat, was du nicht für dich selbst tun konntest? Schreibe ein oder zwei dieser Situationen auf. Sei dabei präzise. Wenn möglich, schreibe etwas auf, was Bezug zu deiner Sexsucht hat.
    • Vervollständige diesen Satz, so oft und vielfältig du kannst:
      – Ich bin dankbar für/ dass … (Liste mindestens 10 Punkte auf)

    Mit diesen Fragen können Sponsor und Sponsee ins Gespräch kommen. Bisher konnte ich jedem Sponsee versichern, dass seine aufgeschriebene Sehnsucht danach, sich zu verändern und gesund zu werden, in Erfüllung gehen kann.

    (Zuletzt geändert: 24.07.2019)

  • „Lass‘ den Stöpsel in der Flasche“ – Kurzanleitung zum Trockenwerden für Sex- und Pornosüchtige

    Meinen ersten Kontakt zu einer Zwölf-Schritte-Gruppe hatte ich über eine E-Mail-Liste der Anonymen Alkoholiker (AA). Dort gab eine AA-Oldtimerin zur Frage, „Wie beginnen?“, folgende Antwort.

    • Lass‘ den Stöpsel in der Flasche!
    • Bitte Deine Höhere Macht morgens um einen trockenen Tag und sage abends Danke dafür.
    • Gehe regelmäßig in die Meetings.
    • Fange sofort damit an!

    Lass‘ den Stöpsel in der Flasche.

    heißt für mich übersetzt für die Sexsucht: Halte Deinen Blick bei Dir, hole keine lüsternen Bilder in Dir hoch. Und spinne lüsterne Erinnerungsbilder nicht fort und mache aus einem Bild keinen Film!

    Halte Deinen Blick bei Dir.

    Denn Lüsternheit in sich „hineinzutrinken“ ist das Kennzeichen eines Sexsüchtigen; innerer Frieden wird nur dann nach einer gewissen Zeit eintreten, wenn ich den Drang, lüstern zu trinken, loslasse und mein vermeintliches Recht, umherzuschauen und lüsterne Bilder in mich aufzunehmen, aufgebe.

    Hole keine lüsternen Bilder in Dir hoch.

    Sie sind natürlich da und jederzeit abrufbar; ich habe Jahre damit verbracht, meiner Lüsternheit dienende Bilder zu suchen und in mich aufzunehmen. Ich kann sie jederzeit hochholen. Hier wird ein weiteres besonderes Merkmal der Sexsucht deutlich: Ich brauche kein materielles Suchtmittel; alles, was ich für meine Sucht brauche, ist in mir. Daher beginnt auch der fortschreitende Sieg über die Lüsternheit immer in mir. Die Lüsternheit ist in mir und nicht in dem Lustobjekt, das ich zu ihrer Stimulation nur benutze.

    Spinne lüsterne Erinnerungsbilder nicht fort und mache aus einem Bild keinen Film.

    Seitdem ich trocken bin, traktiert mich die Sucht immer mal wieder mit lüsternen Erinnerungsbildern: Pornographische Bilder, Erinnerungen an Sexualität, Erinnerungen an vouyeuristische Beobachtungen und vieles mehr. Um trocken zu bleiben ist es unerlässlich, diese Bilder loszulassen, vor ihnen bzw. sie zu kapitulieren. Hierfür nutze ich unter anderem Affirmationen und Gebete, zum Beispiel den Satz:

    Gott, was immer ich in dieser Erinnerung (diesem Bild/ diesem Gedanken) suche, bitte lass‘ es mich in dir jetzt finden.

    Dann überlege ich kurz: Was suche ich eigentlich gerade? Wie geht es mir? Habe ich die H.A.L.T.-Regel eingehalten? Wenn ich die Erinnerung dann immer noch nicht loslassen kann, rufe ich einen Programm-Freund an und teile die Erinnerung mit ihm. Das hat bei mir immer geholfen, spätestens nach dem zweiten oder dritten Telefonat.

    Und auch für die Sexsucht gilt:

    Gehe regelmäßig in die Meetings!

    Fange sofort damit an!

  • How-To…? Schrittearbeit: Schritt 1, als Sponsor mit Neuen und in der Trockenheit

    1) Ein Hinweis an Neue

    Ein Hinweis an Leser, die an AS interessiert sind, aber noch in keinem Meeting waren oder keinen Sponsor haben:

    Versuchen Sie die Schrittearbeit nicht auf eigene Faust. Ich hatte das zunächst gemacht und bei mir hat es nicht funktioniert. Sie könnten überwältigt werden von Scham, Trauer, Selbsthass und Selbstmitleid. Das würde Sie nur tiefer in die Sucht treiben. Wenn Sie diese Internetseite anspricht, dann nehmen Sie Kontakt zu den Anonymen Sexaholikern auf und gehen Sie in ein Meeting. Sie können dies absolut anonym tun und sind in den geschlossenen Meetings sicher und geschützt. Dort können Sie von den Geschichten der anderen lernen und, wenn Sie möchten, selber mit Unterstützung eines Sponsors die Schritte arbeiten.

    Ein Sponsor ist ein trockener Sexsüchtiger, der bereits eine gewisse Gesundung erfahren hat und der Sie mit seiner Erfahrung dabei unterstützt, selber auf den Weg der Genesung zu kommen – und dort auch zu bleiben! Sponsorschaft kostet nichts und ist stets und zu jeder Zeit freiwillig. Der Sponsor unterstützt andere Betroffene, weil es ihm selber dabei hilft, trocken zu bleiben.

    2) Schritt 1 als Sponsor mit Neuen

    Wenn ein Newcomer mit der Schrittearbeit beginnt, gebe ich ihm zunächst einige Basis-Texte und erläutere ihm die Werkzeuge, die für Neue besonders wichtig sind (siehe die Howto-Rubrik „Basis-Texte und Werkzeuge, besonders für Neue“).

    Dann empfehle ich ihm Folgendes:

    Lies folgende Texte:

    • Aus dem Buch „Anonyme Alkoholiker“ die Vorworte, „Aus der Sicht des Arztes“ und die Kapitel 1 bis 4
    • Aus dem Buch „Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen“ den Vorspann und Schritt 1
    • Aus dem Buch „Anonyme Sexaholiker“ in Teil II den Abschnitt „Überwindung von Lüsternheit und Versuchung“; später dann Teil I „Das Problem“
    • Außerdem gebe ich dem Sponsee den Text des AS-Flyers zur Inventur im ersten Schritt.

    Nachdem der Neue mindestens vier Wochen trocken geblieben ist, bitte ich ihn, Fragen zu beantworten, die ihm helfen, die Aussichtslosigkeit seiner Situation zu erkennen. Oft glaubt ein Newcomer noch, seine Sucht „eigentlich“ kontrollieren zu können. Solange das so ist, wird er in der Regel nicht die erforderliche Bereitschaft aufbringen, die Trockenheit an die erste Stelle zu setzen. Nur dann kann er aber trocken bleiben.

    Arbeitsblatt:

    Für die Erste-Schritt-Inventur verwende ich auch folgenden Text/ folgendes Arbeitsblatt (Quelle für die folgenden Absätze bis zu der gestrichelten Linie: „AS, Sponsorschaft-per-Post-Programm für Strafgefangene“, von mir modifiziert):

    Schritt 1 lautet:

    Wir gaben zu, dass wir der Lüsternheit gegenüber machtlos waren – und unser Leben nicht mehr meistern konnten.

    In diesem Schritt werde ich mir ohne jeden Zweifel absolut klar darüber, dass ich ein Sexaholiker bin (der Lüsternheit gegenüber machtlos), und dass mein Leben ein totales Durcheinander ist (nicht mehr zu meistern). Ich werde erkennen, dass ich viel zu viel Zeit damit verbringe, über Sex nachzudenken (Besessenheit), und dass ich nicht mehr dazu in der Lage bin, mein sexuelles Verhalten zu kontrollieren (Zwang). Ich werde die wesentlichen Punkte meiner Geschichte in zwei Teilen aufschreiben:

    a) Ich bin der Lüsternheit gegenüber machtlos. (Hierzu gehören beispielsweise: früheste Erfahrungen, Selbstbefriedigung, Magazine, Filme, Fetische, Sexshops, Telefonsex, Online-Kontakte, Beziehungen zu Frauen, Männern etc.)

    – bitte aufschreiben –

    b) Mein Leben ist nicht mehr zu meistern. (Hierzu gehören beispielsweise: Auswirkungen auf Eltern, Ehepartner, Kinder, Ehescheidung, Freunde, Finanzen, Arbeit, Verhaftungen, Vorstrafen etc.)

    – bitte aufschreiben –

    (Ende des Arbeitsblatts)

    ——————————–

    Manchen Neuen erscheint es zunächst unvorstellbar, diese Dinge einem anderen Menschen anzuvertrauen. Ich kann nur Mut dazu machen. Die eigene Geschichte zu erzählen ist der erste Schritt dazu, dass sie Vergangenheit werden kann. Es ist vor allem auch der wichtige erste Schritt dahin, die Scham loszulassen und sich auf den Genesungsweg zu begeben (zum zentralen Thema „Scham“ siehe diese Blogbeiträge).

    Es gibt auch noch andere hilfreiche Fragen. Außerdem hat AS das Schrittearbeitsbuch „Step into Action – Die Zwölf Schritte in der täglichen Praxis“, mit dem viele AS-Freunde die Schritte arbeiten. Es enthält Erfahrungen, Ideen, Fragen zum Nachdenken und Vorschläge zur Umsetzung der Schritte.

    3) Schritt 1 in der Trockenheit

    Wie mit allen Schritte, war ich auch mit Schritt 1 nicht „fertig“, nachdem ich ihn einmal gearbeitet hatte. Schritt 12 spricht davon, dass wir versuchen, die zwölf Schritte in allen unseren Angelegenheiten anzuwenden. Das heißt, ich arbeite sie einmal gründlich durch. Danach gehen sie in den „Dauerbetrieb“.

    Nach einer gewissen Zeit der Trockenheit kann Leichtsinn aufkommen. Vielleicht schleicht sich die (Wahn-) Vorstellung ein, die Lüsternheit doch ein bisschen kontrollieren zu können. Hier mal lüstern hinschauen. Da mal eine Phantasie zulassen. Dort darüber sinnieren, dass xy ja wirklich gut aussieht…

    Diese Versuche, kontrolliert zu trinken, enden bei wirklich Süchtigen im Rückfall, denn ich bleibe der Lüsternheit gegenüber machtlos, auch wenn ich mir vielleicht eine Zeitlang etwas anderes vormachen kann. Deshalb gibt es keinen anderen Weg, als den Schritt 1 täglich „neu zu gehen“. Ein Werkzeug hierzu kann eine tägliche Erneuerung oder ein Programm-Telefonat sein.

    Eine weitere Möglichkeit ist ein jährlicher Durchgang durch das Programm. So kann ich im Januar die Texte oben zum ersten Schritt erneut lesen und mich dabei fragen:

    • Wo stehe ich in Bezug auf den ersten Schritt?
    • Habe ich Geheimnisse in Bezug auf Lüsternheit? Bewege ich mich vielleicht schon auf der Grenze zum Rückfall und mache mir und anderen etwas vor?
      – Konkret: Was sind meine „versteckten Flaschen“? Wann „trinke“ ich heimlich? Zum Beispiel: Schaue ich im Internet auf triggernde Bilder? Wann? Auf welche? Schaue ich abends in das erleuchtete Schlafzimmer der Nachbarn? „Trinke“ ich Arbeitskolleginnen „in mich hinein“ bei Besprechungen oder beim Mittagessen? Werfe ich als Autofahrer lüsterne Blicke auf Andere?
      – Schreibe alles ehrlich auf und teile es mit Deinem Sponsor.
    • Was tue ich, wenn ich „lüstern getrunken“ habe? Teile ich darüber? Lasse ich es anschließend los? Oder lege ich mir ein heimliches inneres Fotoalbum oder eine innere Videothek an?
    • Habe ich weiter den Wunsch, trocken und nüchtern zu bleiben? Gibt es etwas, was ich dafür tun muss, z.B.
      – eine aktuelle Erste-Schritt-Inventur teilen,
      – öfter ins Meeting gehen,
      – regelmäßiger Kontakt zu meinem Sponsor haben,
      – selber sponsoren,
      – mich mehr bei AS einbringen („Dienst hält trocken“).

    Es geht nicht um gute Vorsätze, sondern um Handlungen der Genesung! Tue das Richtige, die richtigen Gedanken und Gefühle folgen dem richtigen Handeln!

    Ich musste mich im Laufe meiner Trockenheit auch immer mal wieder neu auf das Programm ausrichten. Tatsächlich kann ich mich heute zwar noch gut an den „Kick“ erinnern, den das lüsterne Ausagieren brachte, aber viel weniger an den Schmerz und das Leid. Deshalb ist es so wichtig für mich, die Erinnerung wach zu halten und auch den ersten Schritt lebendig zu halten!