Es gibt nicht nur den schweren Kater (hangover) vom Trinken. Es gibt auch den emotionalen Kater, von dem es in 12 & 12 heißt, dass wir ihn alle kennen, ob wir trinken oder nicht. Er ist die unmittelbare Folge meines gestrigen oder auch heutigen Ausbruchs negativer Gefühle – solcher Gefühle wie Zorn, Angst, Eifersucht und ähnliche. Wir können mit diesem Kater ebensowenig ein gutes Leben führen, wie mit dem Kater vom Trinken.
Blog
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Fortschreitender Sieg über die Lüsternheit
Wer den ersten Schritt in der englischen Originalfassung des Blauen Buches liest, wird feststellen, dass er in der Vergangenheitsform geschrieben ist.
We admitted we were powerless over alcohol / lust…
In deutschen Übersetzungen wird diese Vergangenheitsform meistens etwas unentschlossen übersetzt mit
Wir gaben zu, daß wir der Lüsternheit gegenüber machtlos sind…
Schließlich sind wir der Lüsternheit gegenüber doch machtlos, oder?
Ja und nein.
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Heraustreten aus dem Schatten von Missbrauch und Gewalt
Frage: „(…) was ist mit Menschen, die körperlich missbraucht und misshandelt werden? Wie können sie gegenüber dieser Erfahrung zur Nicht-Anhaftung finden?“
Antwort: „(…) Ich behaupte nicht, dass es einfach ist. Ich behaupte nur, es ist möglich.“
Anthony de Mello, Das Leben neu entdecken – Aufwachen zum Glück, Freiburg im Breisgau 2013, S. 90
Ja, es ist möglich.
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Gebet
Als ich zum ersten Mal im Blauen Buch die Empfehlung las, regelmäßig zu beten, konnte ich mir das nicht vorstellen. Erst wollte ich mit dem Gott-Thema überhaupt nichts zu tun haben.
Später fragte ich mich dann: Wie sollte ein Gott ausgerechnet mein Gebet erhören? Würde das nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass die vielen Gebete der Menschen unerhört blieben, die in ihrem Leid zugrunde gingen? Was wäre das für ein Gott?
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Ins Freie schaun
Ins Freie schaun
Fast ist es mir,
als müßt ich wieder
wie einst als Kind
erlernen die Lieder,
die ich bei Baum
und Blume gefunden.
So darf mein Herz
noch einmal gesunden?aus: Der Tröster, Gedichte von Albert Steffen
Als ich heute morgen zur Arbeit ging, sah ich die hellgrünen, jungen Blätter, ging über die Wiese, sah die alten Bäume… Und ich war so glücklich und traurig und froh.
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Der Himmel in mir
Statt fröhlich zum Himmel zu laufen, scheinen wir nur Schritt für Schritt von unserer Hölle abzurücken.
Anonyme Sexaholiker („Weißes Buch“), S. 81
An diesen Satz habe ich in den letzten Tagen oft gedacht. Ich bin trocken in Bezug auf meine Sexsucht. Aber ich nehme immer wieder meine Droge „innere Aufregung“, meistens in Gestalt von Groll und von negativen Gedanken und bin dadurch doch wieder in einer Art von Hölle.
Heute hat mich ein Text an einen wirksamen Kapitulationssatz erinnert, um Groll loszulassen:
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Sexsucht als körperliche Erkrankung
Das Blaue Buch erschien erstmals 1939. Obwohl es damals noch nicht beweisbar war, waren die Anonymen Alkoholiker von Anfang der Überzeugung, dass Alkoholismus nicht nur eine Frage der mentalen Kontrolle ist, sondern auch eine körperliche Komponente hat. Das gleiche gilt auch für die Sexsucht. Mit „körperliche Komponente“ meine ich nicht die körperlichen Erscheinungen des (Sex-) Rausches. Was gemeint ist, fasst ein langjährig trockenes AS-Mitglied, der selber Psychiater und Sucht-Spezialist ist, in dem Satz zusammen:
We have a damaged brain!
Harvey A.
Unser Gehirn ist geschädigt!
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Angespannt und trotzdem glücklich?
Gestern und heute war ich angespannt. Warum? Hätte ich etwas mit jemandem besprechen müssen? Schleppe ich etwas mit mir herum? Bin ich zu sehr aus dem Rhythmus am Wochenende?
Ich richtete meinen Ärger gegen Umstände in meiner Umgebung…
Dann saß ich eben auf dem Bett und erinnerte mich an einen Autor, der mir ein wichtiger Lehrer neben der Literatur von AA und AS ist: Anthony de Mello.
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Eine Kraft, größer als wir selbst
Ich hatte anfangs große Schwierigkeiten damit, dass das Programm der Anonymen Alkoholikern ein spirituelles Programm ist.