Schlagwort: Lüsternheit

  • Die Sprache des Herzens

    Mitte 2012 wandte ich mich hilfesuchend an einen AA-Freund von dem ich wusste, dass er auch bei AS war. Während eines langen Spaziergangs erzählte ich ihm, wie es um mich stand. Ich erzählte ihm gerade auch die Dinge, für die ich mich schämte und zwar alles. Damals hätte ich es nicht so nennen können, aber heute weiß ich, dass ich damals bei ihm einen „ersten Schritt“ gemacht habe.

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  • Gefühlsausbrüche

    Es gibt nicht nur den schweren Kater (hangover) vom Trinken. Es gibt auch den emotionalen Kater, von dem es in 12 & 12 heißt, dass wir ihn alle kennen, ob wir trinken oder nicht. Er ist die unmittelbare Folge meines gestrigen oder auch heutigen Ausbruchs negativer Gefühle – solcher Gefühle wie Zorn, Angst, Eifersucht und ähnliche. Wir können mit diesem Kater ebensowenig ein gutes Leben führen, wie mit dem Kater vom Trinken.

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  • Fortschreitender Sieg über die Lüsternheit

    Wer den ersten Schritt in der englischen Originalfassung des Blauen Buches liest, wird feststellen, dass er in der Vergangenheitsform geschrieben ist.

    We admitted we were powerless over alcohol / lust…

    In deutschen Übersetzungen wird diese Vergangenheitsform meistens etwas unentschlossen übersetzt mit

    Wir gaben zu, daß wir der Lüsternheit gegenüber machtlos sind

    Schließlich sind wir der Lüsternheit gegenüber doch machtlos, oder?

    Ja und nein.

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  • Mein Blaues Buch (3)

    Das Blaue Buch als Grundtext auch für Sex- und Pornosüchtige

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  • Ein dunkler Schatten über der Sexualität

    Durch den sexuellen Missbrauch, den ich mit 15 erfahren habe, hat sich über meine Sexualität ein dunkler Schatten gelegt. Ich war vorher schon verunsichert und suchte nach, auch geschlechtlicher, Orientierung. Jetzt wurde die Sexualität auf der einen Seite zu etwas sehr Erstrebenswertem, andererseits aber auch zu etwas Negativem, Schlechtem: ich hatte das Gefühl, als ob jede Sexualität immer auch missbräuchlich wäre. Scham- und Schuldgefühle begleiteten meine Sexualität, egal, was der Kopf mir dazu sagte.

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  • Scham – Feind Nummer 1

    Ich habe mich immer für mein sexsüchtiges Verhalten geschämt. Manchmal habe ich versucht, der Scham dadurch zu entkommen, dass ich mir gesagt habe „So bin ich eben“. Oder ich habe versucht, die Sache ins Positive zu drehen: „Ich tue doch nichts Schlimmes. Ich werde es ab jetzt einfach genießen. Schluss mit der Scham!“ Oder ich habe den Mann dafür verantwortlich gemacht, der mich mit 15 sexuell missbraucht hatte. Aber am Ende stand ich immer wieder da voller Scham und Selbstverurteilung.

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  • Mein Blaues Buch (1)

    Ich bin seit 2008 mit dem Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker (AA) vom Alkohol trocken. Viereinhalb Jahre später begann dann auch meine Genesung von der Sexsucht mit Hilfe der Anonymen Sexaholiker (AS), einer Selbsthilfegruppe, die sich am Vorbild der AA orientiert. Der Grundtext beider Gemeinschaften ist das 1939 zum ersten Mal veröffentlichte Buch Anonyme Alkoholiker Da es in Deutschland einen Blauen Umschlag hat, wird es in der Regel als „Blaues Buch“ bezeichnet. Im englischsprachigen Raum wird es Big Book genannt.

    Wer neu zu AS kommt fragt sich vielleicht: „Kann ein Buch, das für die Genesung vom Alkoholismus geschrieben wurde, tatsächlich auch für die Sexsucht funktionieren?“

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