Samstagsmorgen. Samstagssorgen.
Ich fühle mich etwas schwach und erschöpft. Suche Ruhe. Selbstmitleid kommt auf.
Ich lese etwas über den „Schmerz“: (mehr …)
Mein Sponsor sagte mir, dass Neue das Weiße Buch nicht von vorne lesen sollten, sondern dass sie mit dem Abschnitt „Überwindung von Lüsternheit und Versuchung“ (S. 181 ff.) beginnen sollen. In diesem Abschnitt stehen 18 Punkte zu dem Thema „Wie ich meine lüsterne Besessenheit überwand“. (mehr …)
Durch meinen Sponsor bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die in der Überschrift genannten Drei – Gott, ich selbst und andere Menschen – im Zwölf-Schritte-Programm immer wieder eine große Rolle spielen. Sie sind in dieser Reihenfolge im fünften Schritt aufgezählt:
Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
Diese Dreiheit hat aber nicht nur grundlegende Bedeutung für den fünften Schritt, sondern sie ist für mein ganzes Leben fundamental:
Bevor mein Genesungsweg begann, war meine Welt klein und eng. Ich hatte bis in die Details hinein die Angst, Fehler zu machen, da sich aus ihnen etwas Schlimmes entwickeln könnte. Ich könnte nass werden und mich erkälten, zu dünn angezogen sein und frieren, zu dick – und schwitzen, zu spät kommen, zu dick werden, krank werden, einen Unfall haben, eingeschlossen werden, ausgeschlossen werden, das Kleidungsstück könnte zerreißen oder schmutzig werden, der Knopf verloren gehen, mein Chef mich nicht mögen oder für unfähig halten, die Personalstelle mir auf die Schliche kommen, mich jemand in den Sexshop hinein- oder aus dem Sexkino herauskommen sehen, jemand mein Auto am Straßenstrich sehen…
An manchen Tagen lebe ich meine Charakterfehler einfach aus, ohne darüber nachzudenken. Die Folgen sind, je nach Charakterfehler, unterschiedlich. Es kann sogar sein, dass ich andere damit unterhalte, jedenfalls vordergründig. (mehr …)
Als ich zu AS kam, dachte ich, es würde jetzt darum gehen, mit meinen unerwünschten sexuellen Verhaltensweisen aufzuhören. Das ist auch ein Teil dessen, worum es geht. Die dritte Tradition zeigt aber, dass es eben nur ein Teil der Genesung ist. Sie lautet:
Die einzige Voraussetzung für die AS-Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit der Lüsternheit aufzuhören und sexuell nüchtern zu werden.
Zum einen geht es also schon um den Wunsch, sexuell nüchtern zu werden. Es gibt aber einen weiteren Wunsch, der in der zitierten Tradition sogar an erster Stelle steht: Den Wunsch, mit der Lüsternheit aufzuhören.
Habe ich diese zwei Wünsche? (mehr …)
Ich bin auf einem AS-Treffen und es ist wunderbar! Interessante Meetings, wir lachen zusammen, essen zusammen, gehen spazieren, ich habe echte Begegnungen. Auch der Bunte Abend ist großartig. Dann ist Abschied, ich fahre zum Bahnhof. Ich spüre eine Bedrückung, Anspannung, Traurigkeit… Da stehen ein paar junge Frauen auf dem Bahnsteig, leicht bekleidet… STOPP! (mehr …)
Wenn die Dinge nicht so laufen, wie du sie dir vorstellst, dann stell‘ sie dir anders vor.
Dieser Spruch ähnelt der Geschichte von Anthony de Mello „Was an einem kalten Tag zu tun ist“ (siehe den Beitrag hier).
Ich bilde mir eine Vorstellung darüber, was ich gerne möchte. Zum Beispiel möchte ich gebratene Nudeln beim Vietnamesen essen. Da ich breite Nudeln gerne mag, bestelle ich mir diese (das Unheil nimmt seinen Lauf. Anders als bei den „Gebratenen Nudeln“ fehlt bei den breiten Nudeln das Wort „gebraten“ auf der Speisekarte. Aber der vom Eigenwillen getrübte Blick hat schon die notwendige Nüchternheit verloren). (mehr …)
My friend suggested what then seemed a novel idea. He said,
“Why don’t you choose your own conception of God?’’Mein Freund machte einen Vorschlag, der mir damals als ein neuer Gedanke erschien. Er sagte: „Warum suchst du dir nicht deinen eigenen Begriff von Gott?“
Anonyme Alkoholiker,
Bill’s Story/ Bills Geschichte, p. 12/ S. 14
In meiner Sexsucht war ich so machtlos, dass ich aus eigener Kraft nicht aufhören konnte. Ich brauchte eine Kraft, größer als ich selbst, um auch nur daran denken zu können, ein Leben ohne Lüsternheit und sexuelles Ausagieren zu führen.
Es erschien mir aber ausgeschlossen, dass diese Kraft etwas mit „Gott“ zu tun haben könnte. Gott war entweder nicht existent, oder er war jedenfalls für mich nicht erreichbar. Mit dieser Überzeugung kam ich 2008 ins Zwölf-Schritte-Programm. (mehr …)